Verschattung, Dachausrichtung und Dachneigung müssen bei der Planung einer Solaranlage berücksichtigt werden.

Ratgeber

Eignet sich mein Haus für Photovoltaik?

Wie viel grünen Strom eine Photovoltaikanlage produziert, hängt von den Voraussetzungen ab, die ein Hausdach mitbringt. Ob Ihr Dach grundsätzlich für die Anbringung von Solarmodulen geeignet ist, kann anhand einiger Punkte geklärt werden.

Grundsätzlich gibt es kaum ein Dach, das sich nicht für die Montage einer Solaranlage eignet, solange ausreichend Licht darauf fällt. Daher muss niemand den Gedanken daran sofort wieder verwerfen, wenn das Dach nicht exakt nach Süden ausgerichtet ist oder es sich um ein Flachdach handelt.

Welche Faktoren spielen bei der Planung einer Solaranlage eine Rolle?

In Deutschland ist die Sonneneinstrahlung in allen Regionen grundsätzlich so hoch, dass aus energetischer Sicht mit Photovoltaik ohne Probleme ein Gewinn erwirtschaftet wird. Vor allem der Süden profitiert von vielen Sonnenstunden, aber auch im Norden treffen rund 1000 kWh Sonnenenergie pro Jahr und Quadratmeter auf die Erdoberfläche. Wer entscheidende Faktoren beachtet, kann den maximalen Gewinn aus seiner PV-Anlage ziehen.

  • Dachausrichtung
    Ist das Dach exakt nach Süden ausgerichtet, bringt die Photovoltaikanlage den meisten Ertrag ein. Eine Abweichung nach Osten oder Westen ist allerdings auch nur minimal ertragsmindernd und kann ich manchen Fällen sogar mindestens ebenso sinnvoll sein. Denn wenn bei Südausrichtung der meiste Sonnenstrom in der Mittagszeit produziert wird, produziert die Solaranlage bei Ost-West-Ausrichtung am Morgen und in den späten Nachmittagsstunden Strom – für eine effektive Eigennutzung der Solarenergie oft die günstigere Variante.
  • Dachneigung
    Vom Flachdach bis zum Steildach: Hausdächer können auf die unterschiedlichste Art und Weise gestaltet sein. Die optimale Dachneigung für eine Solaranlage liegt bei 30 bis 35 Grad.
    Weichen diese Angaben von der Gestaltung des Hausdaches ab, kann die Unterkonstruktion die Abweichungen ausgleichen. Aufgrund der unterschiedlichen Sonnenstrahlung sollten die Solarmodule im Norden Deutschlands steiler und im Süden flacher ausgerichtet werden.
  • Verschattung
    Wer Solarstrom produziert, möchte einen möglichst hohen Ertrag erwirtschaften. Deswegen darf nichts die Sonneneinstrahlung stören. Bei der Planung ist also zu beachten, dass Bäume, Schornsteine oder Erker, andere Häuser und sonstige Objekte keine Schatten auf die Solarmodule werfen können. Hauseigentümer, die sich für eine PV-Anlage interessieren, sollten daher über einen längeren Zeitraum hinweg genau beobachten, ob die Sonnenstrahlung während des Tagesverlaufs ununterbrochen die volle Dachfläche erreicht. Gerade im Winter, wenn die Sonne tiefer steht und die Sonnenscheindauer kürzer ist, ist eine Dachfläche ohne Schatten besonders wichtig.

Das schwächste Solarmodul entscheidet über die Leistung der PV-Anlage

Dachausrichtung, Dachneigung und Verschattung sind die wesentlichen Punkte, die vor dem Kauf oder der Miete einer Solaranlage geklärt sein müssen. Des Weiteren spielt natürlich die Größe des Daches eine Rolle und auch die verbaute Ziegelart ist bei der Planung nicht unerheblich.

  • Dacheindeckung
    So gut wie jede Art von Dachdeckung lässt die Installation einer Solaranlage zu. Allein die Tragfähigkeit muss ein Fachmann vorher kontrollieren. In seltenen Fällen sind auf Dächern Ziegel angebracht, die der Montage einer Photovoltaikanlage nicht standhalten, was zu Ziegelbruch führen kann. Dann können die Dachziegel durch spezielle Blechziegel ersetzt werden, die die nötige Tragfähigkeit für die Unterkonstruktion gewährleisten.
  • Dachgröße
    Natürlich sollte auch die Größe der Dachfläche so gestaltet sein, dass sie Raum für ausreichend viele Solarmodule bietet. Generell gilt: Für ein Kilowattpeak (kWp) Photovoltaik benötigt man rund 8 m² Dachfläche für die Solarmodule. Mit einem kWp installierter Leistung können zwischen 900 und 1200 kWh Solarstrom pro Jahr erzeugt werden, was ungefähr dem Jahresverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts entspricht. Die genaue Leistung hängt immer davon ab, in welcher Region Deutschlands das Haus steht und wie optimal die oben genannten Faktoren für eine Solaranlage sind.

Was bei der Planung einer PV-Anlage nicht vergessen werden darf: Das schwächste Modul entscheidet bei einer Reihenschaltung über die Leistung der gesamten Solaranlage. Befindet sich also ein einzelnes Solarmodul zeitweise im Schatten, wird dadurch die komplette Leistung heruntergefahren, denn durch alle Module fließt die gleiche Stromstärke. Mit einer Parallelschaltung umgeht man diese Problematik, allerdings ist die Technologie dafür deutlich teurer und die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nicht mehr unbedingt sinnvoll.

Einige Voraussetzungen für eine Solaranlage können vom Hauseigentümer selbst überprüft werden. Bei einer Begutachtung gibt ein Fachmann eine genaue Einschätzung darüber ab, ob und wie die Solarmodule optimal auf der Dachfläche montiert werden können.