Rechnet nicht ein Stromspeicher für eine Solaranlage?

Ratgeber

Rechnet sich ein Stromspeicher für die Solaranlage?

Wer mit der eigenen Photovoltaikanlage Strom produziert, speist die Energie entweder ins öffentliche Netz ein oder nutzt wegen der immer weiter sinkenden Einspeisevergütung einen Großteil davon selbst. Strombatterien machen es möglich, den Strom auch zu einem späteren Zeitpunkt im Haushalt zu verbrauchen, wenn die PV-Anlage gerade keine Energie erzeugt. 

Solarstrom von der eigenen Photovoltaikanlage macht Hausbesitzer unabhängig von ständig steigenden Strompreisen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende. Besonders nützlich ist er dann, wenn er komplett im Haus verbraucht werden kann. Allerdings produziert eine Solaranlage gerade dann am meisten Strom, wenn die Sonne am kräftigsten scheint, also vor allem mittags. Das überschneidet sich nicht unbedingt mit der Zeit, in der auch stromfressende Geräte wie die Waschmaschine oder der Geschirrspüler laufen.

Solarstrom, der nicht im eigenen Haushalt verbraucht wird, wird direkt in das öffentliche Netz eingespeist, was für viele Solaranlagen-Besitzer aufgrund von immer weniger Einspeisevergütung nicht mehr attraktiv ist. Deshalb steigt die Nachfrage nach Möglichkeiten, den Strom zu speichern und ihn bei Bedarf selbst zu nutzen.

Sinkende Preise machen Stromspeicher erschwinglich

Mit einem Stromspeicher ist es möglich, den günstigen Solarstrom auch nach Sonnenuntergang zu verwenden. Nachdem die Solarbatterien vor einigen Jahren noch fast unerschwinglich waren, ist die Anschaffung durch gesunkene Preise mittlerweile sinnvoll geworden. Für kleine Photovoltaik-Heimspeicher bis zu 10 kWh sind die Kosten seit 2013 um 40 Prozent gesunken. Dennoch müssen Interessierte beim Kauf mit 5.000 bis 15.000 Euro rechnen – je nachdem, für welche Kapazität und Technologie sie sich entscheiden.

Welche Stromspeicher gibt es?

Im Wesentlichen unterscheidet man bei Stromspeichern für eine Photovoltaikanlage zwischen Blei- und Lithium-Ionen-Akkus. Speicher mit Lithium-Ionen-Technologie bringen einige Vorteile mit: Sie halten ca. 7.000 Ladezyklen aus und damit fast doppelt so viele wie Blei-Akkus. Außerdem haben sie einen wesentlich höheren Wirkungsgrad. Ähnlich verhält es sich bei der Entladetiefe. Des Weiteren gelten sie über die gesamte Lebensdauer hinweg als praktisch wartungsfrei.

Unter Wirkungsgrad versteht der Fachmann das Verhältnis von aufgenommener zu abgegebener Energie. Wird ein Stromspeicher entladen, entstehen immer Verluste in der Elektronik und in den Batteriezellen, daher kann der Wirkungsgrad nie bei 100 Prozent liegen. Bei Blei-Akkus liegt er bei etwa 85 Prozent, Lithium-Ionen-Akkus haben einen höheren Wirkungsgrad von ca. 95 Prozent. Die Entladetiefe zeigt an, wie viel Energie der Stromspeicher abgibt: Eine Batterie kann nie zu 100 Prozent entladen werden, denn dadurch würde sie geschädigt. Lithium-Ionen-Akkus entladen sich bis zu 90 Prozent, Blei-Akkus können mit einem Wert von 65 Prozent damit nicht mithalten.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Neben der Entladetiefe, dem Wirkungsgrad und der Anzahl der Ladezyklen spielt das Speichervolumen beim Kauf eine entscheidende Rolle. Die Kapazität sollte immer am Stromverbrauch und an der Größe der Solaranlage ausgerichtet werden. Generell gilt, pro Kilowatt Photovoltaik-Leistung eine Kilowattstunde Speicher einzurechnen. Aber auch etwas knapper bemessene Solarstromspeicher können die Unabhängigkeit durch eigenen Solarstrom auf mindestens 50 Prozent erhöhen.

Stromspeicher mit Lithium-Ionen-Technologie sind so ausgelegt, dass sie 20 Jahre quasi wartungsfrei arbeiten und damit der Lebensdauer einer Photovoltaikanlage in Nichts nachstehen. Blei-Akkus haben im Gegensatz dazu eine kürzere Lebensdauer.

Alternativen zum Stromspeicher

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, die gewonnene Energie nachhaltig einzusetzen. Dafür bietet sich zum Beispiel die Nutzung des Solarstroms für die Ladung eines Elektroautos an, das dadurch als mobiler Speicher fungiert. Auch die Verknüpfung der Solaranlage mit modernen Smart-Home-Systemen ermöglicht es, die Sonnenenergie noch effizienter zu nutzen. Damit können die Haushaltsgeräte auch dann per App gestartet werden, wenn die PV-Anlage den meisten Strom produziert, obwohl man nicht zu Hause ist.