Eignet sich mein Haus für Photovoltaik?

Magazin
30.01.2018

Wie viel grünen Strom eine Photovoltaikanlage produziert, hängt von den Voraussetzungen ab, die ein Hausdach mitbringt. Stromerzeugung mit Photovoltaik ist an sich unkompliziert und auf vielen Dächern möglich, muss aber nicht unbedingt rentabel sein. Ob Ihr Dach grundsätzlich für Photovoltaik und die Anbringung von Solarmodulen geeignet ist, kann anhand einiger Punkte geklärt werden.

Stromerzeugung per Photovoltaik ist beliebt. Grundsätzlich gibt es kaum ein Dach, das sich nicht für die Montage einer Solaranlage eignet, solange ausreichend Sonnenlicht darauf fällt. Daher muss niemand den Gedanken an Photovoltaik sofort wieder verwerfen, wenn das Dach nicht exakt nach Süden ausgerichtet oder die Neigung des Daches nicht optimal ist. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bezüglich Photovoltaik und Solaranlagen achten müssen.

Welche Faktoren spielen bei der Planung einer Solaranlage eine Rolle?

In Deutschland ist die Sonneneinstrahlung (Globalstrahlung) in allen Regionen grundsätzlich so hoch, dass aus energetischer Sicht mit Photovoltaik ohne Probleme ein Gewinn erwirtschaftet wird. Vor allem der Süden profitiert von vielen Sonnenstunden, aber auch im Norden treffen rund 1000 kWh Sonnenenergie pro Jahr und Quadratmeter auf die Erdoberfläche. Wer entscheidende Faktoren beachtet, kann den maximalen Gewinn aus seiner Solaranlage ziehen.

  • Dachausrichtung
    Ist das Dach exakt nach Süden ausgerichtet, bringt die Photovoltaikanlage den meisten Ertrag ein. Eine Abweichung nach Osten oder Westen ist allerdings auch nur minimal ertragsmindernd und kann in manchen Fällen sogar mindestens ebenso sinnvoll sein. Denn wenn bei Südausrichtung der meiste Sonnenstrom in der Mittagszeit produziert wird, produziert die Solaranlage bei Ost-West-Ausrichtung am Morgen und in den späten Nachmittagsstunden Strom – für eine effektive Eigennutzung der Solarenergie oft die günstigere Variante.
  • Dachneigung
    Vom Flachdach bis zum Steildach: Hausdächer können auf die unterschiedlichste Art und Weise gestaltet sein. Die optimale Dachneigung für eine Solaranlage liegt bei 30 bis 35 Grad.
    Weichen diese Angaben von der Gestaltung des Daches ab, kann die Unterkonstruktion die Abweichungen ausgleichen. Aufgrund der unterschiedlichen Sonnenstrahlung sollten die Solarmodule im Norden Deutschlands steiler und im Süden flacher ausgerichtet werden, um mit Photovoltaik das Maximum an Solarenergie zu erzielen.
  • Verschattung
    Wer Solarstrom produziert, möchte einen möglichst hohen Ertrag erwirtschaften. Deswegen darf nichts die Sonneneinstrahlung stören. Bei der Planung ist also zu beachten, dass Bäume, Schornsteine oder Erker, andere Häuser und sonstige Objekte keine Schatten auf die Solarmodule werfen können. Hauseigentümer, die sich für eine PV-Anlage interessieren, sollten daher über einen längeren Zeitraum hinweg genau beobachten, ob die Sonnenstrahlung während des Tagesverlaufs ununterbrochen die volle Dachfläche erreicht. Gerade im Winter, wenn die Sonne tiefer steht und die Sonnenscheindauer kürzer ist, ist eine Dachfläche ohne Schatten besonders wichtig.

Das schwächste Solarmodul entscheidet über die Leistung der Solaranlage

Dachausrichtung, Dachneigung und Verschattung sind die wesentlichen Punkte, die vor dem Kauf oder der Miete einer Solaranlage geklärt sein müssen. Des Weiteren spielt natürlich die Größe des Daches eine Rolle und auch die verbaute Ziegelart ist bei der Planung nicht unerheblich.

  • Dacheindeckung
    So gut wie jede Art von Dachdeckung lässt die Installation einer Solaranlage zu. Allein die Tragfähigkeit muss ein Fachmann vorher kontrollieren. In seltenen Fällen sind auf Dächern Ziegel angebracht, die der Montage einer Photovoltaikanlage nicht standhalten, was zu Ziegelbruch führen kann. Dann können die Dachziegel durch spezielle Blechziegel ersetzt werden, die die nötige Tragfähigkeit für die Unterkonstruktion gewährleisten.
  • Dachgröße
    Natürlich sollte auch die Größe der Dachfläche so gestaltet sein, dass sie Raum für ausreichend viele Solarmodule bietet. Generell gilt: Für ein Kilowattpeak (kWp) Photovoltaik benötigt man rund 8 m² Dachfläche für die Solarmodule. Mit einem kWp installierter Leistung können zwischen 900 und 1200 kWh Solarstrom pro Jahr erzeugt werden, was ungefähr dem Jahresverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts entspricht. Die genaue Leistung hängt immer davon ab, in welcher Region Deutschlands das Haus steht und wie optimal die oben genannten Faktoren für eine Solaranlage sind.

Was bei der Planung einer PV-Anlage nicht vergessen werden darf: Das schwächste Modul entscheidet bei einer Reihenschaltung über die Leistung der gesamten Solaranlage. Befindet sich also ein einzelnes Solarmodul zeitweise im Schatten, wird dadurch die komplette Leistung heruntergefahren, denn durch alle Module fließt die gleiche Stromstärke. Mit einer Parallelschaltung umgeht man diese Problematik, allerdings ist die Technologie dafür deutlich teurer und die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nicht mehr unbedingt sinnvoll.

Einige Voraussetzungen für eine Solaranlage können vom Hauseigentümer selbst überprüft werden. Bei einer Begutachtung gibt ein Fachmann eine genaue Einschätzung darüber ab, ob und wie die Solarmodule optimal auf der Dachfläche montiert werden können.

Globalstrahlung – die Basis für Photovoltaik

Die sinnvolle Ausrichtung der Solaranlage auf dem Dach ist ein Faktor, der je nach den baulichen Gegebenheiten an den Verbraucher angepasst werden kann. Von einem Wert ist der Hausbesitzer aber komplett abhängig, wenn er per Photovoltaik Strom erzeugen möchte, nämlich von der Globalstrahlung: Das ist der Teil der Sonnenstrahlung, der am Boden auch wirklich ankommt. Dabei unterscheidet man zwischen direkter und diffuser Sonnenstrahlung. Diffus ist Strahlung dann, wenn sie durch Nebel oder Bewölkung gestreut wird. Direkte Sonnenstrahlung erreicht die Erdoberfläche ohne Streuung, die Sonneneinstrahlung ist also besonders kräftig und ergiebig. In Deutschland liegen die Strahlungswerte bei 900 kWh/m² bis 1200 kWh/m² pro Jahr, wobei im Süden die Globalstrahlung höher ist als im Norden.

Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine Solaranlage bezieht der Berater die Globalstrahlung immer als feste Größe abhängig vom Wohnort mit ein. Die Globalstrahlung ist ausschlaggebend dafür, wie hoch der zu erwartende Betrag bei Stromerzeugung mit Photovoltaik sein wird. Die Sonnenstrahlung schwankt naturgemäß, im Sommer kann sie bis zu fünfmal höher sein als im Winter. Außerdem variiert mit den Jahreszeiten auch das Verhältnis von direkter und diffuser Sonneneinstrahlung. Trotzdem lohnt sich über das Jahr gesehen der Einsatz von Photovoltaik. Solaranlagen können den Bedarf eines durchschnittlichen Haushalts zu einem guten Teil decken, wodurch sich Hausbesitzer unabhängig von steigenden Strompreisen und schmutziger Energie machen.

Unsere Solaranlagen-Berater sind für Sie da!

Berater finden
Jetzt kostenfrei informieren
Jetzt kostenfrei informieren
Jetzt kostenfrei informieren

Jetzt kostenfrei informieren

MEP Werke GmbH hat 4,69 von 5 Sternen | 125 Bewertungen auf ProvenExpert.com