Solaranlage und Steuern: Was muss beachtet werden?

Magazin
01.06.2018

Sie besitzen ein Haus und betreiben darauf eine eigene Solaranlage, mit der Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird? Dann sollten Sie diesen Artikel lesen, denn wir klären auf, wie es sich in einem solchen Fall mit den steuerlichen Pflichten verhält. Oft genug herrscht nämlich Unklarheit bei dem Thema Photovoltaik und Steuern.

Aus steuerlicher Sicht werden Solaranlagenbetreiber zu einem Unternehmer mit entsprechenden Pflichten. Sofern der erzeugte Strom aus der Solaranlage eingespeist und somit an den jeweiligen Netzbetreiber verkauft wird, unterliegen die daraus entstehenden Umsätze der Umsatzsteuer. Der Solaranlagenbetreiber muss sich infolgedessen bei dem zuständigen Finanzamt anmelden, damit er eine Einspeisevergütung erhält. Zudem muss er den Gewinn für sein Unternehmen „Photovoltaikanlage“ regelmäßig mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.
Welche Schritte müssen Solaranlagenbetreiber also befolgen, um aus steuerlicher Sicht alles richtig zu machen?

1. Anmeldung der Anlage beim Finanzamt

Zunächst muss der Photovoltaikbetreiber mit dem zuständigen Finanzamt aus seinem Bezirk Kontakt aufnehmen und seinen Besitz der Solaranlage mitteilen. Anschließend wird ihm ein Fragebogen übermittelt, in welchem neben den herkömmlichen Angaben wie Name oder Anschrift auch die Steuernummer, Bankverbindung, Lohnsteuer und die Einkommenssteuer eingetragen werden müssen.

Der Fragebogen sowie die Mitteilung des Solaranlagenbesitzes können ebenso im Vordruckangebot auf den Internetseiten der Finanzverwaltung heruntergeladen und übersendet werden. Dafür steht zum Beispiel die Online-Finanzverwaltungsseite „Elster“ zur Verfügung (https://www.elster.de/eportal/start). Auf dieser Website kann anschließend auch die Umsatzsteuervoranmeldung durchgeführt werden.

2. Zuteilung der Steuernummer durch das Finanzamt

Das Finanzamt vergibt eine Steuernummer und prüft anhand der Angaben aus dem Fragebogen, ob und in welcher Höhe Einkommensteuervorauszahlungen zu leisten sind.

3. Umsatzsteuervoranmeldung

Nach dem Erhalt der Steuernummer ist jeder Betreiber einer Solaranlage dazu verpflichtet, eine Umsatzsteuervoranmeldung durchzuführen. Diese kann auf einem Formular ausgefüllt oder auf dem PC unter der Online-Finanzverwaltungsseite Elster elektronisch übermittelt werden.

Diese zwei Auswahlmöglichkeiten gibt es bei der Voranmeldung zu beachten:

 

  1. Umsatzsteuererklärung
  • Der Netzbetreiber zahlt dem Solaranlagenbesitzer derzeit 19 Prozent Umsatzsteuer auf den eingespeisten Strom.
  • Die Umsatzsteuer muss daraufhin an das Finanzamt übermittelt werden.
  • Dafür erhält der Besitzer die 19 Prozent Vorsteuer des Investitionsbetrags zurück, welche er für seine Photovoltaikanlage bezahlt hat.

 

  1. Kleinunternehmerregelung
  • Eine weitere Möglichkeit für die Solaranlage bietet die Kleinunternehmerregelung. Bei dieser muss der Jahresumsatz unter 17.500 Euro im ersten Jahr und unter 50.000 Euro im folgenden Jahr liegen.
  • Bei dieser Regelung muss keine Umsatzsteuerklärung abgegeben werden.
  • In diesem Fall ist es wichtig zu beachten, dass der Betreiber die 19 Prozent Vorsteuer des Investitionsbetrags nicht zurückerhält.

4. Einkommensteuererklärung

Der Betrieb einer Solaranlage wirkt sich ebenso auf die Einkommensteuererklärung aus. Da es sich um Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb handelt, müssen sowohl Gewinn als auch Verlust aus der Photovoltaikanlage darin erfasst sein.

Durch die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben in Bezug auf die Solaranlage ergibt sich der Unterschiedsbetrag, der den Gewinn oder Verlust darstellt. Die Höhe der Einkommensteuer richtet sich nach den persönlichen Einkommensverhältnissen.

Zu weiteren Fragen der Besteuerung von Solaranlagen und detaillierteren Angaben stellt das Bayerische Landesamt für Steuern einen Leitfaden zur Verfügung, welcher sehr umfassend über die steuerlichen Richtlinien beim Solaranlagenbetrieb informiert. Unter diesem Link finden Sie den Steuerleitfaden des Bayrischen Landesamts für Steuern: https://mep-werke.de/wp-content/uploads/2017/11/Hilfe_fuer_Photovoltaikanlagen.pdf 

und hier finden Sie einen 4-Schritte Steuerleitfaden des Solaranlagenanbieters MEP, der kurz und knapp noch einmal die wichtigsten Aspekte zusammenfasst: 4-Schritte Steuerleitfaden.pdf

 

Bitte beachten Sie, dass Photovoltaik-Dienstleister keine individuellen Steuerfragen im Zusammenhang mit Solaranlagen beantworten dürfen.  Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.

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