Die 70 Prozent Regelung. Warum ist mein Wechselrichter gedrosselt?

Magazin
18.05.2018

Um das Stromnetz vor einer Überbelastung zu bewahren, gibt es die Möglichkeit, durch einen Funk-Rund-Steuerempfänger die Produktion der Solaranlage vom Netzbetreiber bei Bedarf abschalten zu lassen. Als günstigere Alternative kann aber auch der Wechselrichter auf 70 Prozent gedrosselt werden, um ein externes Eingreifen zu vermeiden.

Mit dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), welches erstmals am 29.03.2012 verabschiedet wurde, kam die 70 Prozentregelung auf den deutschen Solarmarkt. Noch bis dahin wurde jedem Besitzer einer Solaranlage eine Steuerungseinheit vom Netzbetreiber eingebaut, mit der via Funk die Anlage gesteuert werden konnte. So war es dem Netzbetreiber möglich, die Anlage abzuschalten, sobald ihm eine Netzüberlastung drohte – also deutlich weniger Strom verbraucht, als produziert wurde.  Durch den Funkbetrieb wurde aber nicht nur aus fremder Hand entschieden was mit der PV-Anlage wann passiert, der Funk-Rund-Steuerempfänger kostete obendrein dem Endverbraucher 400-800 Euro.

Der Wechselrichter wird auf 70 Prozent der Nennleistung reduziert

Als Alternative zum Funk-Rund-Steuerempfänger wird der gedrosselte Wechselrichter angeboten. Dieser ist von Anfang an auf 70 Prozent der Nennleistung der Module begrenzt, um ohne externes Einwirken eine Netzüberlastung zu verhindern. Die Regelung ist jedoch begrenzt auf kleine PV-Anlagen mit einer Spitzenleistung von maximal 30 kWp. Der große Vorteil hinter der 70 Prozent Regelung ist, dass der Netzbetreiber nicht mehr in den Solaranlagen-Betrieb von jedem einzelnen eingreifen kann, wie es zuvor der Fall war.

Was steckt hinter der 70 Prozent Regelung?

Erster Gedanke: Wenn nur 70 Prozent produziert werden, gehen die übrigen 30 Prozent verloren. Dem ist nicht so. Die Reduzierung der Wechselrichterleistung Solarstromproduktion macht sich nur den wenigen Spitzen-Sonnenstunden im Jahr bemerkbar. Im Winter kommen die PV-Anlagen bei deutschen Wetterbedingungen in der Regel nicht auf ihre volle Spitzenleistung. Damit lässt sich klar sagen: Die 70 Prozentregelung macht nur ca. 2-3 Prozent des Jahresertrags aus.  

Beispiel an einer nach Süden ausgerichteten Anlage

Bild 1: Wintertag

Bild 2: Sommertag mit leichter Bewölkung

Bild 3: Frühsommertag mit maximaler Energieproduktion

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